Werner
gilt als Wegbereiter der modernen "Stereochemie"
in der anorganischen Chemie - des Studiums der räumlichen
Struktur der Moleküle. Während sich die Gelehrten
zu seiner Zeit vor allem mit der Kohlenstoff-Chemie
befassten, interessierte er sich als einer der ersten
für die Struktur der "Komplexe", d.h.
für die Verbindungen, die meistens durch die Vereinigung
eines Metallatoms (z.B, Eisen, Kobalt, Chrom) mit anderen
Molekülen oder Ionen (auch Ltganden genannt) entstehen.
In seiner wichtigen "Theorie der Komplexe"
von 1895 schlug Werner eine bisher unbekannte räumliche
Anordnung vor, gemäss welcher neutrale Moleküle
- wie Ammoniak und Wasser - sich um das zentrale Metallatom
gruppieren, indem ihm jedes einzelne ein Elektronenpaar
liefert. Dieser Ansatz erlaubte es Werner, die räumliche
Struktur zahlreicher Komplexe zu studieren, und er entdeckte
dabei, dass die Liganden in gewissen dieser Verbindungen
zwei räumliche Anordnungen einnehmen können:
gegenüberliegend und benachbart. Sie unterscheiden
sich in ihren optischen Eigenheiten. Diese Charakteristik
- die "Cis-Trans-lsomerie" - war bisher nur
in der organischen Chemie bekannt.
Zwei räumliche Anordnungen eines Komplexes gebildet
aus einem zentralen Kobaltatom, welches an vier andere
Atome oder Moleküle gebunden ist. Sie können
ein flaches Vieleck oder einen Tetraeder darstellen,
je nach der elektronischen Anordnung der Atome um das
Kobaltatom herum, unabhängig von chemischer Bindung
durch die Elektronen.
Die Theorien Werners weckten grosses Interesse. 1913
wurde sein Werk mit dem Nobelpreis gekrönt, "in
Anerkennung seiner Arbeit über die Atom-Bindungen
der Moleküle, die frühere Studien in neuem
Licht erscheinen lassen und, insbesondere in der anorganischen
Chemie, der Forschung neue Wege weisen".
| 1893 | Alfred
Werner stellte die Theorie einer Metallbindung als
Ringformation vor, und begründetet die moderne
Koordinations-Chemie. |
| 1913 | erhielt
er den Nobelpreis für metallbindende Komplexe. |
| 1920 | Morgan
und Drew definierten den Ausdruck "Chelatioif
als ein eingeschlossenes Metall-Ion in einer heterocyclischen
Ringstruktur. Das Wort Chelation ist vom griechischen
Wort Krebsschere abgeleitet. |
| 1930 | Franz
Münz synthetisierte 'Nitrilotriacetic Acid
(NTA) als Ersatz für
Zitronensäure, gebraucht in der Textilindustrie
als Wasserenthärter. Nach weiteren Forschungen
über Polyaminopolycarboxyl Säure synthetisierte
er EDTA (später "Trilon B" genannt). |
| 1931 |
Erstes
Patent für EDTA in Deutschland |
| 1932 |
Frederick
Bersweth synthetisierte EDTA durch einen Formaldehyd-Cyanide
Prozess namens 'VERSENE' für den amerikanischen
Markt. 1941 meldete er es zum Patent an. |
| 1944 | wurde
es patentiert. |
| 1940 | Zweiter
Weltkrieg-Suche nach Gegenmittel für Nervengas.
ARSEN = Nervengift = Metall-Binder = CHELATION |
| 1940 | Peters,
Stocken und Thompson entwickelten einen neuen Chelatbildner-DIMERCAPROL |
| 1941
| BAL
(-British -Anti-Lewisite (Lewtsite ist ein Schwermetalltoxin)
erste Droge zur Behandlung von Schwermetallbelastungen
setzte den Anfang der Chelat-Therapie. |
| 1947 | Charles
Geschickter verabreichte als erster Arzt EDTA einer
Patientin mit fortgeschrittenem Adenokarzinom der
Brust. Die nickelhaltige Krebsmedizin verursachte
eine schwere Nickel Vergiftung. EDTA als Chelator
ohne toxische Nebenwirkung. |
| 1950 | Martin
Rubi und Kollegen untersuchte die Anwendung von
EDTA für Kalzium-Chelation und Antikoagulation.
Es konnte nachgewiesen werden, daß intravenös
gegebenes EDTA Kalzium aus dem Plasma chelatiert
und zu Hypokalzämie führt- Ausscheidung
des Kalzium über die Niere. |
| 1951 | Durch
IN VITRO -Versuche wurde Calcium-EDTA mit Blei getauscht,
es entstand Blei-EDTA mit der Wirkung von Freigabe
von Kalzium. Medical Annals, District of Columbia. |
| 1952 | S.P.
Bessman behandelte ein Kind erfolgreich mit EDTA
bei akuter Bleivergiftung. (Medical Annals, District
of Columbia) |
| 1950 | -iger
ältere, wegen Bleivergiftung mit EDTA behandelte
Patienten zeigten dramatische Verbesserungen der
gleichzeitig vorhanden gewesenen KHK.
Unter dem Markennamen ' ENDRATE' wurde EDTA von
Abbott Laboratories für den medizinischen Gebrauch
vermarktet. Disodiumsalz (Na2-Salz) verbesserte
die Lösbarkeit des Chelatbildners EDTA. |
| 1950 | -iger
Norman Clarke. Sr. Machte bahnbrechende klinische
Studien über EDTA für ASCVD am Providence
Hospital, Detroit, Michigan. Er berichtet über
seine Entdeckungen "Vater der Chelat-Therapie" |
| 1955 | veröffentlichte
er erstmals die Entdeckung der Wirksamkeit von EDTA
in der Behandlung von degenerativen Gefäßerkrankungen.
Er setzte den Meilenstein der Anerkennung der Chelat-Therapie
als eine erfolgreiche kariovaskuläre Intervention. |
| 1955 |
Dudley
und Kollegen beschrieben unerwartete Nierentubulischädigung,
verursacht durch EDTA (NEJM). H. Foreman berichtete
über die Gefahr von Nierentoxizität
bei Menschen, die mit hohen Dosen EDTA behandelt
wurden. (Verglichen mit Dosen und Nierentoxizität
bei Ratten) JANA. |
| 1955
|
Denham
Harman postuliert als erster die Theorie der Freien
Radikale als
Hauptfaktor für Alterung und Krankheit. |
| 1956 | erklärte
er die Arterienverkalkung als -oxidative Polymerisation
(Prozeß) von Serum und Lipoprojeinen |
| 1959/60 |
Symposium
über Mctallbindungen in der Medizin. |
| 1960 | H.Ray
Evers, Clarke, Clarke ,Mosher, Melzer, Ural und
Kitchell machten umfassende klinische Studien über
Claudikatio, Angina pectoris, Skleroderrnie und
rheumatbide Arthritis. |
| 1961 | Meltzer,
Kitchell publizierten umfassende klinische Toxikologie
von EDTA bei 81 Patienten mit CAD über 2 Jahre.
2000 Infusionen mit 3 Gramm EDTA in 3 Stunden ->
Null Nierenschädigung! Anwendung ohne Gefahr!
(American Journal ofMedical Sciences) |
| 1962 | L.W.
Wilder und Kollegen ließen EDTA über
Plaques einer Arteria iliaca bei einer Leiche laufen.
Die Kalziumlösung war proportional zum Grad
der ArterioSklerose. Mobilisation von Kalzium was
das Resultat der direkten Wirkung von EDTA, was
die Glaubwürdigkeit der Anwendung dieser Methode
demonstrierte, um in vivo Kalzium aus den arteriosklerotischen
Blutgefäßen zu entfernen. |
| 1963 | Kitchell,
Palmon, Aytan und Meltzer widerrufen ihre veröffentlichten
Forschungsergebnisse! Die Behandlung der coronaren
Herzerkrankung mit Disodium EDTA erfährt eine
Neubewertung. (American Journal of Caridology April
1963; 501-501) Die von ihnen neuerlich durchgeführten
Studien konnten jedoch nicht bewertet werden, ("Comparing
apples with oranges") Abschließend entschieden
sie; "Wir glauben, daß EDTA Chelat Therapie
in den Studien keinen größeren Nutzen
gebracht hat, als andere gebräuchliche Therapien. |
| 1964 | Albert
Soffer gab eine Monographie. "Chelation Therapy"
heraus, in welcher er den Nutzen von EDTA bei arteriellen
chronischen Gefäßerkrankungen beschreibt.
Nahm aber seine Meinung über EDTA-Chelat-Therapie
zurück und veröffentlichte einige kritische
Studien über die Anwendung von Chejat ->
er wurde als Verleger des Journal für Thorakale
Erkrankungen gewählt. |
| 1963
| Carlos
Lamar prägte den Ausdruck "Chemical Endartercctomie"
und Veröffent-lichte einen Bericht über
die vaskuläre Verbesserung durch EDTA bei 15
Diabetes Patienten. (Angiology 15:379-395; Journal
Am. Geriatrie Soc. 14:1966, 272-294) |
| 1977 | Peng
und Kollegen zeigte, daß EDTA die mitochondriale
Energieproduktion beim ischämischen Herzen
verbessert. (Journal of Molecular and Celhdar Cardiohgy
1977: 9:897-908) EDTA verbessert die im ischämischen
Myocard erniedrigte Aufbaurate energiereicher Phosphate
(ADP) Diese Resultate legen nahe, daß die
Phoshorylierung in den Mitochondrien beim ischämisch-reperfunclierten
Myocard durch körpereigenes Calzium gehemmt
ist - und daß diese Hemmung teilweise durch
Zugabe von Calzium bindenden Chelatbildnern unterbunden
werden kann. |
| 1979
| Bruce
Halsted publiziert die Monographie: "Die wissenschaftliche
Basis der EDTA Chelat Therapie".
|
| 1980-iger
und frühe 1990-iger | MC
Donagh, Rudoph und Cheraskin berichten über
Verbesserungen und klinische Veränderungen
(Cornell Medical Index) bei Müdigkeit, arteriellen
Stenosen, Knochenbrüchigkeit, Heart rate and
systolic BP, Lungenfunktion, Glycohemoglobin, Totales
Cholesterin, HOL, Harnsäure und Kratinin |
| 1988 | Olsezewer
und Carter veröffentlichen bei 2.870 Patienten
über bemerkenswerte Verbesserungen, 76,9% Coronare
Herzerkrankungen,
91 % Periphere Arterielle Gefäßerkrankungen |
| 1989 | Cranton
verlegte das PROTOCOL im Journal qf Advancement
in Medicine mit der sicheren und wirksamen Anwendung
von EDTA. |
| 1989 | Blumer
und Cranton zeigten die Anwendung von EDTA in Verbindung
mit einer Reduktion der Krebssterblichkeit um 90%
bei 59 Patienten über einen Zeitraum von 18
Jahren (Journal ofAdvancment in Medicine) |
| 1990 | Olszewer,
Sabbag und Carter veröffentlichten die erste
placebokontroilierte Doppelblindstudie (Journal
of the National Medical Association) von 10 Patienten
mit Claudicatio liefen 5 deutlich besser nach 10
Behandlungen (mit 1.5 g EDTA) später wurden
alle behandelt und alle 10 Patienten zeigten Besserungen
mit EDTA. Nach 10 Behandlungen verlängerte
sich die Gehstrecke um 165% (Stepmachine)
Die Zeit, welche man auf einem Fahrrad 25 km/h treten
konnte, verdoppelte sich. Kontrollen ergaben geringe
oder keine Verbesserungen deshalb Kritik wegen nicht
genau geführter Protokolle, (technischer Art) |
| 1990 | Rudolph,
MC Donagh und Barber publizierten Doppier-Ergebnisse
bei 30 Patienten mit arterieller Carotis Stenosen.
Nach 30 Behandlungen 21% Plaque-verringerung (Journal
ojAdvancement in Medicine) |
| 1991 | Guldager
et al / Dänemark Randomisierte Studie über
153 Patienten EDTA vs Placebo. Ergebnis: "Diese
Studie konnte keinerlei Wirkung von EDTA Chelat
Behandlung aufzeigen bei interm. Hinken. (Journal
Interim! Medicine, 1992: 231: 261-256). Guldager
et al wurden kritisiert,
|
| weil
sie nicht das ACAM-Protokol bei der EDTA Infusion
angewendet hatten. |
|
| weil
sie die Regeln der Doppelbahndstudien gebrochen
hatten, weil sie ein eisenhaltiges Nahrungserganzungsmittel
gegeben hatten, |
|
| weil
sie kein Magnesium EDTA verwendeten, sie Restschmcrzen
ausschlössen und 69% Raucher in beiden
Gruppen waren.
Nach Beschwerden wurden zwar methodische Probleme
eingeräumt, wissenschaftliche Unredlichkeit
jedoch abgestritten. |
|
| 1992 | Chappell
und Stahl veröffentlichten eine Mega-Analyse
von 19 Studien bei 22.765 Patienten mit Gefäßkrankheiten
88% Verbesserung (0,88 Correlations Koeffizienz)
(Journal of Advancement in Medicine) |
| 1993 | Hanke
/ Dänemark |
| 1994 | Studie
über 19 Patienten vor Amputation: 5 Patienten
aus der Studie verloren 1 Patient starb von den
12 Patienten war nur 1 Amputation notwendig 34 Patienten
auf der Warteliste für eine Bypassoperation
23 keine OP notwendig 1 starb 9 erhielten einen
Bypass - 2 starben 1 Stent -Patient starb 1 starb
an Krebs 22 / 33 = 66% brauchten keinen Chirurg.
Eingriff und es ging ihnen gut. Die Sterblichkeitsrate
von Patienten über 65 Jahre mit Herzinsuffizienz,
die sich einer CABG unterziehen liegt bei 22% innerhalb
eines Monats und 34% innerhalb eines Jahres. (TUet.
AINEJM) In der Chelat-Gruppe der Hanke-Studie waren
19 Patienten älter als 65 Jahre mit vorheriger
MI. 1 Patient starb, Bypass sagt 6 Tote voraus.
-> Hanke's Daten haben tiefgründige Verwicklungen
aufgezeigt, welche finanziellen und sozialen Auswirkungen
die EDTA-Chelat-Therapie möglicherweise auf
die heutige "Gesundheits-industrie" haben
könnte. |
| 1995 | Van
Rij et al machten in Neuseeland Studien, die jedoch
als nicht ordnungsgemäß durchgeführt
galten. Die Heidelberg-Studie, geleitet von Shettler,
Universität Heidelberg: 20 Infusionen F.DTA
vs 20 Infusionen mit Bencyclan, einem gefäßerweiternden
antiplatelet agent. Die Resultate wurden auf dem
7. Arteriosklcrose-Kongress in Melbourne vorgestellt.
Nach 20 EDTA-Infusionen verbesserte schmerzfreies
Laufen sich um 70% - mit Bencyclan um 76% 12 Wochen
später hatte sich die schmerzfreie Gehstrecke
bei den EDTA-Patienten um 192% verbessert - die
Bencyclan Patienten hatten keine weiteren Besserungen.
Zwei
der Forscher gaben bekannt, daß 2 Probanten
in der EDTA-Gmppe als "outliner" bezeichnet
wurden. Weil sich die schmerzfreie Gehstrecke mit
EDTA bis zu 341% verbesserte, wurden sie ausgeschlossen
und die Resultate niemals veröffentlicht.
* Van Rij schloss outliner
in die Kontrollgruppe ein
* Schettler schloß outliner aus. |
| 1995
| Martin
Rubin Ph.D. Prof. Emeritus Georgetown University
School of Medicine gab in dem Standardwerk der Medizin
in dem Kapitel "Cardiovascular Drug Therapy"
die Magnesium EDTA-Chelat-Therapie als Behandlungsmethode
an. (Messerli 2.Aitßage W.B.Saunders Co) |
| 1997 | Bruce
Halstead und Ted Rozema veröffentlichten eine
überarbeitete Monographie "The Scientific
Basis of EDTA-Chelation-Therapy) "Die wissen-schaftlichen
Grundlagen der EDTA CT". |
| 1998 |
Stephen
Olmstead MD. Cardiologist Professor der Medizinischen
Universität der Washington School of Medicine:
"Eine kritische Rückschau über
die EDTA-Chelat-Therapie m der Behandlung von
occlusiven arteriosklerotischen Gefäßerkrankungen."
Olmstead faßt zusammen: "The preponderance
of the clinical reports in the medical literature
Support a claim of efficiancy for symptomatic
angina pectoris, intermittent claudicatio and
critical leg ischaemia." |
| 2000 |
Gründung
der Deutschen Akademie für EDTA Chelat-Therapie
e.V.
|